Europawahl 2019

Vom 23.-26. Mai 2019 werden in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Männer und Frauen ihre Vertreter für ein neues Europäisches Parlament wählen. Die Mitglieder des neuen Europäischen Parlaments übernehmen angesichts der großen Herausforderungen, vor denen Europa steht, für die kommenden fünf Jahre eine hohe Verantwortung.

Für viele, vor allem jüngere Menschen, scheint der Frieden in weiten Teilen Europas eine Selbstverständlichkeit zu sein. Politische Ereignisse, kriegerische Auseinandersetzungen und Flüchtlingsströme, in den vergangenen Jahren direkt in Europa oder angrenzenden Regionen machen deutlich, dass der Friede keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bleibende Aufgabe ist.

Die Verantwortung für das Leben und Bewahrung der Schöpfung muss auf allen Schultern in der Europäischen Union liegen. Wir Europäer müssen mit mehr Solidarität und Entschlossenheit weitere Anstrengungen unternehmen.

Besonders junge Menschen sind in Gefahr, durch Arbeitslosigkeit ihre Zukunftsperspektive und ihr Vertrauen in die Gesellschaft und in die Politik zu verlieren. Hier ist es erforderlich, dass die Staaten Europas einen Ausbildungspakt schließen, um jungen Menschen auch über die Landesgrenzen hinaus Ausbildung zu ermöglichen.

Religions- und Glaubensfreiheit sind Grundrechte einer toleranten und offenen Gesellschaft. Dies zu verteidigen und einzufordern ist auch Aufgabe für das europäische Parlament.

Ein europäisches Grundrecht ist das Wahlrecht der Bürgerinnen und Bürger.

 

Deshalb rufen die Männer des VKM Diözesanverbandes alle Wahlberechtigten auf, sich an der Europawahl zu beteiligen und sich dafür gewissenhaft vorzubereiten.

 

Die Europäische Union braucht die demokratische Mitwirkung der Bevölkerung, sie ist maßgeblich von christlich motivierten Politikern gegründet worden und braucht weiterhin das Engagement von aktiven Christen.

Unser europäischer Kontinent im Jahr 2019 ist in vielerlei Hinsicht „in Bewegung“ und unterliegt einer Dynamik, die viele Menschen verunsichert und ängstigt. Dadurch drohen jene alten Reflexe zu erwachen, die in der Vergangenheit zu Ereignissen geführt haben, derer wir uns in diesem Jahr in besonderer Weise erinnern:

  • Am 28. Juli 1914 (vor 105 Jahren) begann der Erste Weltkrieg, die Urkatastrophe Europas, die den Kontinent und die Weltordnung tiefgreifend veränderte und zum Ausgangspunkt weiterer Kriege und Konflikte wurde.
  • Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, brach der Zweite Weltkrieg aus, der weite Teile Europas verwüstete, Millionen Menschen Tod und Unheil brachte und jüdisches Leben in weiten Teilen des Kontinents vernichtete. Daraus erwuchs die Einsicht, dass nur ein auf Menschenrechte gegründetes, politisch geeintes und solidarisches Europa den Frieden zwischen seinen Nationen sichern und so eine Wiederholung dieser Katastrophen verhindern könne.

Aber auch positive Ereignisse sollten in Erinnerung gerufen werden, wie:

  • Am 23. Mai 1949 (vor 70 Jahren) wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland durch den Parlamentarischen Rat in Bonn am Rhein auf den Weg gebracht. In diesem Grundgesetz sind die wesentlichen staatlichen System- und Werteentscheidungen festgelegt. Es steht im Rang über allen anderen deutschen Rechtsnormen.
  • Vor 30 Jahren beendete der Fall des "Eisernen Vorhangs" (Friedliche Revolution in der DDR) die Teilung Europas als Folge des Zweiten Weltkriegs und ermöglichte den Beginn einer Wiedervereinigung Europas, die auch zur Erweiterung der Europäischen Union führte. Es mündete schließlich am 23. September 1990 im Einigungsvertragsgesetz.

Beide Seiten – negative und positive – sollten Grund und Ansporn sein sich für ein starkes und einheitliches Europa einzusetzen. Nur so können die andauernden Wirtschafts- und Finanzprobleme, die im Besonderen die Zukunftschancen der jüngeren Generation schmälern, in den Angriff genommen werden.

Über 400 Millionen Europäer können weltweit wesentlich mehr erreichen als 80 Millionen Bundesbürger.

Regionale Instabilität, Globalisierung, Digitale Revolution und Klimawandel sind Ursachen eines weltweiten Migrationsgeschehen. Diese damit verbundene Komplexität stellt uns Europäer und unsere Gesellschaften, sowie politische Akteure vor neue Herausforderungen. Eine neue Politik des Maßhaltens ist notwendig. Nationalstaatliches Denken und Handeln reichen hier nicht aus.

 

Deshalb brauchen wir ein starkes Europa.

 

Für den Diözesanverband
Peter Preißler & Wolfgang Jainta

 

Weiterführende Links:

Um einen Überblick zu bekommen und sich über die Wahlformalitäten zu informieren, gibt es verschiedene Angebote:

  • Einen generellen Überblick bietet die Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft für Politische Bildung. Dort findet man Übersichtsseiten, Prognosen, Umfragen usw.
  • Wer sich umfassender mit der Materie befassen möchte, dem empfehle ich die Zeitschrift: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, die sich in der Ausgabe 4-5/2019 mit dem Thema „Europa wählt“ beschäftigt. Die Zeitschrift ist zwar derzeit vergriffen, aber man kann sie als PDF herunterladen oder online lesen.
  • Eine sehr schöne Methode, um sich knapp und einfach über die Europawahl zu informieren, ist der Wahl-O-Mat. Über die Beantwor-tung von verschiedenen Fragen im Internet findet man die Partei, die am besten die eigenen Interessen vertritt. Der Wahl-O-Mat ist daher für jene interessant, die noch nicht wissen, wen sie wählen sollen. Ab Mai wird der Wahl-O-Mat verfügbar sein.